Vorübergehende Senkung der Umsatzsteuersätze bis 31. Dezember 2020

01.Jul.2020

Der Bundestag hat am 29. Juni 2020 das Zweite Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Coronakrise (Zweites Corona-Steuerhilfegesetz) beschlossen. Zugleich hat am gleichen Tag der Bundesrat diesem Gesetz die Zustimmung erteilt.

Wesentliche gesetzliche Änderung des Gesetzes ist die zeitweilige Änderung der Umsatzsteuersätze vom 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020. Statt 19 Prozent gilt nunmehr ein allgemeiner Steuersatz von 16 Prozent, statt 7 Prozent als ermäßigter Steuersatz gilt fortan 5 Prozent. Es werden nur die Steuersätze geändert. Die Abgrenzung bleibt bestehen. Der Sondersteuersatz nach § 24 UStG bleibt bestehen.

 

Zu beachten ist hierbei Folgendes:

Maßgeblich für die Höhe des Steuersatzes (alter oder neuer) ist der Leistungszeitpunkt, nicht der Zeitpunkt der Rechnungserstellung.

 

Bei Dauervertragsverhältnissen wie beispielsweise Miete, Wartungsverträge, Telekommunikationsverträge ist die Leistung mit Ende des Abrechnungszeitraumes erbracht. Wenn Sie beispielsweise hier immer vom 15. bis 14. des Folgemonats abrechnen, dann ist maßgeblich, welcher Steuersatz am 14. des Folgemonats gilt. Es wird aber nicht beanstandet, wenn hier eine Aufteilung erfolgt, mithin Sie vom 15. bis 30. Juni einmalig abrechnen und schließlich vom 1. bis 14. Juli. Ebenso sei an dieser Stelle auf die Übergangsregelung, siehe unten, hingewiesen.

 

Wenn eine Dauerrechnung ausgestellt wurde, zum Beispiel bei einer Vermietung, ist unbedingt darauf zu achten, dass diese Dauerrechnung angepasst wird.

 

Wir empfehlen, Teilleistungen, die vor dem 30. Juni 2020 erbracht worden und abrechnungsreif sind, entsprechend abzurechnen.

 

Das BMF hat eine Übergangsregelung mittels BMF-Schreiben angekündigt. Danach soll es nicht zu beanstanden sein, wenn für einen Übergangszeitraum von einem Monat (Juli) noch der alte Steuersatz angewandt wird, mithin Rechnungen über Leistungen, die eigentlich im Juli erbracht worden sind und deshalb bereits der neue Steuersatz gilt, noch mit dem alten Steuersatz ausgestellt werden. Diese Rechnungen brauchen – so die vorläufige Verlautbarung – nicht zu berichtigen sein, ebenso kann der Empfänger der Leistung und der Rechnung diese falsch ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer komplett gelten machen.

1.500 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei

08.Apr.2020

Nach einer Pressemitteilung des Bundesfinanzministers soll es möglich sein, dass der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer insgesamt 1.500 Euro lohnsteuerfrei als besondere Entschädigung oder als Aufwand zahlen kann. Dabei soll unerheblich, ob der Arbeitgeber von der Corona-Krise betroffen ist, oder der Arbeitnehmer hier besondere Aufwendungen deswegen hatte. Voraussetzung ist lediglich, dass die Sonderzuwendung von bis zu 1.500 Euro im Zeitraum vom 1. März 2020 bis 31. Dezember 2020 zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt wird. Die Sonderleistungen sind auch sozialversicherungsfrei.

Mittlerweile liegt nun ein BMF-Schreiben vor, IV C 5 – S 2342/20/10009 vom 9. April 2020. Das Bundesfinanzministerium und die Obersten Finanzbehörden der Länder meinen nun, dass Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern vom 1. März bis zum 31. Dezember aufgrund der Coronakrise Beihilfen und Unterstützungsleistungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro nach § 3 Nr. 11 EStG steuerfrei zahlen könnten. Diese Äußerung hält einer juristischen Bewertung nicht stand, denn nach dieser Vorschrift sind nur aus öffentlichen Mitteln gezahlte Beihilfen oder Unterstützungsleistungen steuerfrei, nicht dagegen Leistungen privater Arbeitgeber wie Firmen, Unternehmen etc. pp.

Unabhängig davon ist aber darauf zu achten, dass Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld (Aufstockungsbetrag) nicht steuerfrei sein sollen. Zahlt der Arbeitgeber also einen Zuschuss zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, so ist dieser steuerpflichtig. Zahlt er dagegen den gleichen Betrag als Beihilfe, ist dieser steuerfrei.

Kosten des häuslichen Arbeitszimmers im Falle der Schließung der Arbeitgeberstelle wegen des Coronaviruses

07.Mrz.2020

Wegen der Covid-19-Epidemie kann es vorkommen, dass der Arbeitgeber zur Vermeidung der weiteren Verbreitung des Coronavirus das Büro auf Arbeit bzw. die Arbeitgeberstelle schließt und seine Mitarbeiter anweist, von zu Hause aus zu arbeiten. Wie ist es dann mit den Kosten, die dem Arbeitnehmer hierdurch entstehen?

Steuerfreier Ersatz durch den Arbeitgeber:
Die Kosten, die dem Arbeitnehmer hierdurch entstehen (anteilige Kosten für Telefon und Internet, für die Miete bzw. für die Eigentumswohnung und für laufende Betriebskosten wie Strom, Wasser, Grundsteuer, Versicherung) kann der Arbeitgeber steuerfrei dem Arbeitnehmer ersetzen. Lassen diese sich nicht genau ermitteln, ist eine sachgerechte Schätzung zulässig. Soweit diese Kosten vom Arbeitgeber erstattet werden, stellen diese Kosten keine Werbungskosten mehr dar.

Als Werbungskosten in der Steuererklärung:
Werden die Kosten nicht vom Arbeitgeber erstattet, so können die Kosten als Werbungskosten im Rahmen der Einkommensteuererklärung gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht werden. Auch hier gilt, dass die Aufwendungen sachgerecht zu schätzen sind, wenn deren Einzelermittlung nicht möglich ist. So dürfte das Finanzamt in solchen Fällen 20 Prozent der Telefonkosten, maximal 20 Euro im Monat, als sachgerechte Schätzung ansehen und akzeptieren. Wenn aufgezeigt werden kann, dass aufgrund des Arbeitens von zu Hause aus die Telefonkosten deutlich gestiegen sind, so dürfte auch der Differenzbetrag als sachgerechte Schätzung anzusehen sein.

Häusliches Arbeitszimmer:
Wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer anweist, von zu Hause zu arbeiten, dann steht ihm kein anderer Arbeitsplatz beim Arbeitgeber mehr zur Verfügung, so dass er dann seine Aufwendungen für das Arbeitszimmer (anteilige Miete, anteilige Betriebsnebenkosten, anteilige Abschreibung bei Eigentumswohnungen etc. pp.) bis zu einem Betrag von jährlich 1.250 Euro als Werbungskosten gelten machen kann. Der Kappungsbetrag von 1.250 Euro ist ein Jahresbetrag und gilt auch dann, wenn im Jahr nur einige Monate das häusliche Zimmer als Arbeitszimmer genutzt wird. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass dieses Zimmer einen abgeschlossenen Raum darstellt. Eine Ecke im Wohn- oder Schlafzimmer, indem ein Schreibtisch steht, reicht dafür nicht aus. Zudem muss das Zimmer für diesen Zeitraum ausschließlich beruflich genutzt werden. Die private Mitbenutzung muss vernachlässigbar gering sein, mithin darf 10 Prozent nicht übersteigen. Es darf deshalb in dieser Zeit nicht als Kinder-, Fernseh- oder Gästezimmer genutzt werden.

Wir ziehen um!

05.Jan.2020

Endlich ist es soweit. Wir sind umgezogen. Ab 2. Januar 2020 finden Sie uns in der Straße der Jugend 12a, 04860 Torgau. Mit dem Umzug ändern sich auch unsere Telefon- und Telefaxnummer. Parkplätze finden Sie auf dem Geschäftsgrundstück direkt neben dem Eingang.

Frohe Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr

24.Dez.2019

Der Sinn der Weihnacht liegt darin, an unsere Mitmenschen zu denken. Wenn man das eigene Glück mit anderen teilt, so verdoppelt sich das Glück. Dieses Jahr werden wir Kinder in Paraguay zu Weihnachten unterstützen, damit diese auch ein schönes Weihnachten feiern können. Die Kinder dort haben täglich mit Hunger zu kämpfen, ein Problem, welches wir hierzulande nicht mehr kennen.

In diesem Sinne wünschen wir allen ein friedliches, besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neues Jahr. Wir schließen unser Büro zwischen den Feiertagen und werden für Sie wieder ab 2. Januar 2020, dann allerdings in der neuen Geschäftsadresse Straße der Jugend 12a, 04860 Torgau, dasein.

Lohnoptimierung: Doppelte Auslöse als monetärer Anreiz

08.Dez.2019

In Zeiten, in denen gute qualifizierte Handwerker und Bauarbeiter gesucht werden, bieten sich die steuerlichen Regelungen zur sogenannten Auslöse als finanzieller Anreiz an. Was viele Handwerks- und Baufirmen häufig nicht wissen: Neben der steuerfreien Zahlung der Verpflegungsmehraufwandspauschale kann der Arbeitgeber den doppelten Betrag zahlen und diesen pauschal mit 25 Prozent versteuern. Mit der pauschalen Lohnsteuer entfallen dann die Sozialversicherungsbeiträge hierauf.

Werden Arbeitnehmer außerhalb ihrer Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte tätig oder haben keine erste Tätigkeitsstätte – sogenannte Auswärtstätigkeit (z.B. Bauarbeiter und Handwerker auf Baustellen; Dienstreisen), so kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer länger als 8 Stunden von der Wohnung entfernt unterwegs ist, bzw. bei einer mehrtägigen Dienstreise für den An- und Abreisetag 12,00 Euro als Verpflegungsmehraufwand bezahlen, ohne dass es eines Nachweises hinsichtlich des Mehraufwandes bedarf; ist der Arbeitnehmer sogar 24 Stunden, mithin den ganzen Tag, von zu Hause entfernt (auswärtige Übernachtung), kann der Arbeitgeber sogar 24,00 Euro pro Tag bezahlen. Diese Zahlungen sind lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Der Arbeitgeber braucht also keine Lohnsteuer hierauf einzubehalten und keine Krankenkassen-, Rentenversicherungs- bzw. Arbeitslosenversicherungsbeiträge hierauf bezahlen. Der Arbeitgeber kann davon abweichend auch einen höheren Betrag als sogenannte Auslöse bezahlen. Dabei besteht bis zum doppelten Betrag die Möglichkeit, diesen Betrag pauschal mit 25 Prozent Lohnsteuer zu versteuern, die der Arbeitgeber trägt. Mit der pauschalen Lohnsteuer ist die Lohn- und Einkommensteuer abgegolten. Darüber hinaus fallen dann auch keine Sozialversicherungsbeiträge an.

Wird der Arbeitnehmer im Ausland tätig, gelten die besonderen, höheren Beiträge entsprechend.

Für den gleichen Ort sind die Verpflegungsmehraufwendungen ohne Unterbrechung längstens für 3 Monate steuerfrei. Bei einer Unterbrechung von mindestens 4 Wochen beginnt die Frist von Neuem.

Beispiel 1: Der Bauarbeiter fährt am Montag von seiner Wohnung in Sachsen nach München auf die Baustelle, übernachtet schließlich in der Nähe von München, um auch die nächsten Tage dort zu arbeiten. Am Freitag fährt er von der Baustelle wieder nach Hause nach Sachsen. Für diese Woche kann der Arbeitgeber ihm 96,00 Euro als Auslöse zahlen. Dieser Betrag wäre lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Er könnte aber auch den doppelten Betrag, mithin 192 Euro bezahlen und 96 Euro davon pauschal mit 24 Euro (25 Prozent) besteuern. Dann wären auf den gesamten Betrag keine Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten. Der Arbeitgeber hätte einen Aufwand von 216 Euro, der Arbeitnehmer bekäme 192 Euro netto ausgezahlt.

Beispiel 2: Der Dachdecker fährt von montags bis freitags auf die Baustelle in der Nachbarstadt, um dort ein Haus neu einzudecken; er arbeitet jeden Tag mindestens 8 Stunden und ist deshalb jeden Tag länger als 8 Stunden von zu Hause entfernt. Der Arbeitgeber kann ihm für diese Woche eine steuerfreie Auslöse von 60 Euro bezahlen. Er kann ihm auch 120 Euro bezahlen und den Betrag von 60 Euro pauschal mit 25 Prozent versteuern. Der Arbeitgeber hätte dann 135 Euro Betriebsausgaben und beim Arbeitnehmer kommen hiervon 120 Euro netto an.

Zum 1. Januar 2020 erhöhen sich die Pauschalen, statt 12 Euro können dann 14 Euro für An- und Abreisetage bei mehrtätigen Dienstreisen bzw. bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit bei Auswärtstätigkeiten und schließlich statt 24 Euro dann 28 Euro für eine Abwesenheit von 24 Stunden steuerfrei gezahlt werden; gleiches gilt dann auch für die Möglichkeit der pauschalen Besteuerung.

Steuertipp: Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen

09.Nov.2019

Wer Kinder hat, ist nicht selten darauf angewiesen, dass das Kind temporär von Dritten beaufsichtigt und betreut wird. § 10 Abs. 1 Nr. 5 Einkommensteuergesetz (EStG) ermöglicht den Abzug von 2/3 der Betreuungskosten als Sonderausgaben, maximal 4.000 Euro pro Kind.

Welche Kosten sind absetzbar?
Es sind nur Kosten für die Betreuung absetzbar, mithin Aufwendungen für die Fürsorge des Kindes wie beispielsweise
– Aufwendungen an Tagesmutter
– Beiträge an Krippe, Kindertagesstätte, Kindergarten oder Hort
– Kosten für die Unterbringung im Internat oder Heim
– Aufwendungen für ein Au pair oder Babysitter
– Ausgaben für Ferienbetreuung und Haushalthilfe
– Kosten für Kinderpfleger/-pflegerin

Nicht absetzbar Kosten für Verpflegung, Sport und Unterricht etc.
Die Kosten für die Verpflegung des Kindes sind nicht absetzbar. Bei gemischten Aufwendungen, zum Beispiel bei Beiträge an Kita und Kindergarten, sollte der Teil, der auf die Betreuung entfällt, gesondert ausgewiesen werden. Dies gilt auch für eine Haushaltshilfe, deren Aufgaben einerseits die Beaufsichtigung des Kindes (Betreuung), andererseits auch die Erledigung anderer Aufgaben (Reinigung) sind. Ebenso wenig sind Mitgliedsbeiträge an Sportvereinen oder die Aufwendungen für die Bildung des Kindes (Musikschule, Nachhilfekosten) als Sonderausgaben abziehbar. Ob die Teilnahmebeiträge oder Entgelte für Kinderferienlager oder Feriencamps als Sonderausgaben absetzbar sind, werden derzeit vom Bundesfinanzhof (BFH) geklärt (Az.: VIII R 16/17).

Maximal 4.000 Euro pro Kind
Absetzbar sind zwei Drittel der Betreuungskosten, allerdings maximal 4.000 Euro pro Kind im Jahr. Das volle Sparpotenzial wird daher ausgeschöpft, wenn 6.000 Euro oder mehr für die Betreuung des Kindes im Jahr gezahlt werden. Der Höchstbetrag gilt auch für Verheiratete (Ehegatten), er verdoppelt sich nicht. Den Steuervorteil erhält nur derjenige, zu dessen Haushalt das Kind gehört. Gehört das Kind jeweils zu dem Haushalt beider Elternteile und werden diese getrennt veranlagt, so ist der Freibetrag von 4.000 Euro auf beide paritätisch aufzuteilen, es sei denn die Eltern stimmen einer hiervon abweichenden Aufteilung zu. Sind die Freigrenzen erreicht, bleibt aber noch die Möglichkeit, eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen zu erhalten, wenn die Betreuung zu Hause erfolgt (z. B. Au pair, Babysitter, Haushaltshilfe).

Keine Barzahlungen begünstigt
Begünstigt sind nur Kosten, die unbar auf das Konto des Betreuers geleistet werden. Werden Babysitter bar bezahlt, sind die Aufwendungen nicht als Sonderausgaben abzugsfähig.

Betreuung durch Oma und Opa
Als Betreuungspersonen kommen auch die Großeltern in Betracht. Werden ihnen für die Betreuung Entgelte bezahlt, so sind auch diese begünstigt. Allerdings ist zu beachten, dass im Gegenzug diese Einnahmen bei den Großeltern steuerpflichtig sein können, es sei denn, die Betreuungspersonen werden als sog. Minijober beschäftigt. Bei Familienangehörigen ist immer darauf zu achten, dass das Dienstleistungsgeschäft einem sog. Drittvergleich standhält. Hierfür sollten die Regeln der Betreuung und die Entgelte schriftlich festgehalten werden.

Steuervorteile bei Jugendlichen
Der Steuervorteil gilt nur bei Kindern, die das 14. Lebensalter noch nicht vollendet haben, es sei denn es handelt sich um ein behindertes Kind. Bei Jugendlichen bleibt dann noch die Möglichkeit, eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG (haushaltsnahe Beschäftigung oder Dienstleistung) zu erhalten.

Keine Sozialversicherungspflicht bis zur Höhe der Übungsleiterpauschale

03.Okt.2019

Die Versicherungspflicht in der Sozialversicherung setzt die Erzielung von Arbeitsentgelt voraus. Einnahmen von Übungsleiterinnen und -leitern sind bis zur Höhe von 2.400 Euro im Jahr steuerfrei, § 3 Nr. 26 EStG. Sie sind als steuerfreie Aufwandsentschädigungen und nicht als Arbeitsentgelt anzusehen und deshalb auch sozialversicherungsfrei, § 1 Satz 1 Nr. 1 Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV). Bis zu dieser Höhe spielt es keine Rolle, ob die Zahlung als Vergütung für eine abhängige oder eine selbstständige Tätigkeit geleistet wurde, so nun auch das Landessozialgerichts Baden-Württemberg, Urteil vom 21.02.2019 – L 10 BA 1824/18).

Sky-Bundesliga-Abo als Werbungskosten von der Steuer absetzbar?

Der Bundesfinanzhof hatte mit Urteil vom 16.01.2019, VI R 24/16, im Fall eines Torwarttrainers einer Profi-Fußballmannschaft entschieden, dass die Aufwendungen für ein Sky-Bundesliga-Abo als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit abziehbar seien. Das Abo sei nicht mit einer allgemeinbildenden Tageszeitung mit ihren vielfältigen Inhalten vergleichbar, für welche die Aufwendungen grundsätzlich nicht als Werbungskosten anerkannt werden können. Zwar seien die TV-Inhalte nicht mit einer Fachzeitschrift vergleichbar, was aber nicht schädlich sei, da rein auf professionelle Trainer zugeschnittene TV-Inhalte nicht am Markt verfügbar sind. Die Inhalte des Sky-Bundesliga-Abos sind daher bei einem Trainer im professionellen Fußballgeschäft geeignet, seinen beruflichen Interessen zu dienen. Maßgeblich sei allerdings die tatsächliche Verwendung im Einzelfall. Es müsse eine ausschließliche oder zumindest weitaus überwiegende berufliche Nutzung vorliegen.

Doppelte Haushaltsführung: Kosten für Einrichtungsgegenstände voll abzugsfähig

Die Mehraufwendungen, die einem Steuerpflichtigen aufgrund einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung entstehen, können als Werbungskosten gelten gemacht werden. Allerdings sieht § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 4 Einkommensteuergesetz (EStG) eine Beschränkung dergestalt vor, dass der Abzug von Unterkunftskosten im Inland auf höchstens 1.000 Euro im Monat begrenzt ist. Hierzu gehören alle Aufwendungen, die der Steuerpflichtige zu tragen hat, um die Unterkunft zu nutzen (Miete, Gas, Heizung, Wasser, Strom, Telefon, Internet, Kabel, Reinigung, Concierge etc. pp.). Die Aufwendungen für Haushaltsartikel und Einrichtungsgegenstände einschließlich der Abschreibung für Abnutzung sind dagegen nicht einzurechnen; sie sind unbegrenzt abzugsfähig. Die Finanzverwaltung hatte bisher die Auffassung vertreten, dass die Aufwendungen für Möblierung und Hausrat den beschränkt abziehbaren Unterkunftskosten zuzurechnen seien (BMF-Schreiben vom 24.10.2014, IV C 5 – S 2353/14/10002, Rz. 104, BStBl 2014 I, S. 1412). Dieser Ansicht ist der Bundesfinanzhof (BFH) in seinem Urteil vom 04.04.2019, VI R 18/17, BFH/NV 2019, S. 870, nicht gefolgt.